Philippe Mottu, Mitbegründer des Caux Konferenzzentrums, ist im Alter von 97 Jahren verstorben

Philippe Mottu bei seinem letzten Besuch in Caux 2008 zusammen mit Mohamed Sahnoun, dem damaligen Präsident von Initativen der Veränderung International (Photo: Daniele de Lutzel)Philippe Mottu bei seinem letzten Besuch in Caux 2008 zusammen mit Mohamed Sahnoun, dem damaligen Präsident von Initativen der Veränderung International (Photo: Daniele de Lutzel)

Die Stiftung CAUX-Initativen der Veränderung teilt mit grossem Bedauern mit, dass Philippe Mottu am vergangenen Montag, am 23. August 2010, im Alter von 97 Jahren in Lonay verstorben ist.

Er gründete 1946 zusammen mit seinen Freunden Robert Hahnloser und Erich Peyer das Konferenzzentrum der 'Moralischen Aufrüstung' in Caux (heute Initativen der Veränderung). Mit seinem Lebenswerk gehört er zu jenen Genfer Persönlichkeiten, deren Wirken weit über die Schweizer Landesgrenze hinaus reichte.

Als studierter Theologe und Politikwissenschafter der Universitäten Genf und Lausanne war Mottu erschüttert von den Folgen des 2. Weltkrieg (1939-1945).  Ab 1943 liess ihn ein Gedanke nicht mehr los: 'Wenn die Schweiz schon von den zerstörerischen Folgen des Krieges verschont bliebe, dann ist es unsere Aufgabe ein Ort zu schaffen, an denen sich Deutsche und Franzosen versöhnen und gemeinsam Frieden schaffen  können. Dieser Ort wäre Caux'.

Von Links: Erich Payer, Philippe Mottu, Charles Ducommun, W. Imhof (NZZ Korrespondent in Washington) und Robert Hahnloser in Machinac, 1945Von Links: Erich Payer, Philippe Mottu, Charles Ducommun, W. Imhof (NZZ Korrespondent in Washington) und Robert Hahnloser in Machinac, 1945Mit der finanziellen Hilfe von hundert Schweizer Familien kauften Mottu, Hahnloser und Peyer das alte Caux-Palace Hotel. Zwischen 1946-1949 nahmen mehrere Tausend deutsche und französische Teilnehmer an den ersten Konferenzen  teil. In diesen Jahren wurde einer der Grundsteine für die französisch-deutsche Aussöhnung gelegt und unter anderem besuchten der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Aussenminister Robert Schuman die Konferenzen in Caux.

Zu Beginn der Schweizer Bewegung waren die Kontakte mit Frank Buchman, dem amerikanischen Pfarrer und Gründer von 'Moralischer Aufrüstung', noch nicht besonders ausgeprägt. Mit der Zeit wurden die Kontakte zwischen den Gründern von Caux und Frank Buchman immer vertrauensvoller und Buchman nahm an der ersten Konferenz in Caux teil. 

Der Esprit von Caux ist in der ganzen Welt ein bekanntes Konzept, welches von Mottu auf seinen unzähligen Reisen weltweit gefördert und propagiert wurde.  Er ist Autor mehrerer Bücher und schrieb unter anderem: 'L’Occident au défi', 'Révolution politique et révolution de l’homme', 'Caux, de la Belle époque au Réarmement moral' et 'Regards sur le siècle'.

Philippe Mottu hinterlässt vier Kinder, neun Enkel und eine Grossenkelin.